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Reisekrankheiten

Hier möchten wir Ihnen einen allgemeinen Überblick über die wichtigsten Reisekrankheiten geben. Mittelmeerkrankheit

Für keinen Hund, egal wo her er stammt, gibt es eine lebenslange Gesundheitsgarantie. Jeder Hund kann im Laufe seines Lebens erkranken. Jeder Urlaub ins Ausland kann für Ihren Hund eine Gefahr darstellen.

Sprechen Sie vor dem Urlaub mit Ihrem Tierarzt und ergreifen Sie vorbeugende Maßnahmen.

Bitte wenden Sie sich bei auftreten von Symptomen sofort an Ihren Tierarzt. Oft werden die Symptome nicht als das erkannt, was sie sind und eine Behandlung auf Grund einer naheliegenden Diagnose schlägt nicht an.

In diesem Fall raten wir Ihnen auf einen sogennanten Mittelmeertest, der die gängigsten Reisekrankheiten abdeckt, zu bestehen.

Reisekrankheiten können behandelt werden und alle Hunde können trotz einer Erkrankung ein langes Leben haben.

Nachfolgend führen wir die bekannten Reisekrankheiten auf und weisen auf die Erreger und die bekannten Symptome hin.

Prophylaxe

Es existieren keine Impfungen, daher gilt:

Schützen Sie Ihren Hund vor Mückenstichen und Zeckenbissen, lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt ausführlich beraten.

 


 

 


 

Leishmaniose

Die Übertragung des Erregers erfolgt durch den Stich der Sandmücke, die mittlerweile auch in Deutschland vorkommt. Eine Übertragung der Leishmaniose ist auch von der Mutter auf den Welpen möglich, aber nicht zwingend.

Über Kot, Urin und Speichel ist keine Übertragung der Leishmanien möglich.

Die Symptome sind vielfältig. Es gibt keine Symptome, die ausschließlich nur auf Leishmaniose hindeuten.

Allgemeine Symptome, die einzeln oder zusammen auftreten können:

Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme trotz ausreichender Fütterung, unklare Fieberschübe, wiederkehrende Durchfälle unklarer Ursache, Abgeschlagenheit, vermehrtes Schlafbedürfnis, Lymphknotenschwellungen, Vergrößerung von Leber und Milz, seltsamer Geruch (unter anderem nach Kot), trockene Haut mit fettigen, großen Schuppen, ausgefranste, verkrustete, schuppige, kahle Ohrränder (evtl. mit Läsionen), kahle, helle Stellen am Nasenspiegel, kreisrunder Haarausfall um die Augen („Brillenbildung"), Augenentzündungen, Fellverlust unter den Achseln, dem Bauch, an den Hinterschenkeln und an den Gelenken (evtl. mit Läsionen), Gelenkbeschwerden im Sinne einer Gelenksentzündung.

Leishmaniose ist nach dem derzeitigen Wissensstand nicht heilbar. Eine gezielte Therapie kann dem Tier jedoch einen stabilen Gesundheitszustand und ein langes Leben bieten.

 


 

Die folgenden Krankheiten werden alle durch Zecken übertragen:

Das Risiko einer Ansteckung herrscht praktisch überall, wo Zecken sind. Sie lauert besonders in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern und Lichtungen mit großwüchsigen Gräsern, in buschreichen Gegenden, aber auch in städtischen Parks und naturnahen Hausgärten. Zeckensaison ist von März bis Oktober mit Höhepunkten im Frühjahr und Herbst.

Vorsorglich ist daran zu denken, den Hund vor Zeckenbissen, z.B. durch ein Halsband zu schützen.

 

Babesiose

Die Übertragung der Babesiose erfolgt beim Saugakt von Zecken (Auwaldzecke, Braune Hundezecke)

Es gibt zwei Formen der Babesiose

Die akute Babesiose

Die allgemeinen Symptome sind hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsabnahme, Mattigkeit, Lymphknotenschwellungen, Schwellung von Leber und Milz.

Die typischen Babesiose-Symptome sind Blut im Urin, bräunlicher Urin, blutiger bis rötlich-brauner Kot, Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten. Seltener werden auch Störungen des Bewegungsapparats in Form starker Muskelschmerzen beobachtet, ebenso werden neurologische Auffälligkeiten bis hin zum Krampfanfall beschrieben.

Eine akute Babesiose ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung, die möglichst rascher Behandlung bedarf, da sie sonst zum Tod des Tieres führen kann.

Die chronische Babesiose

Trotz der Gefährlichkeit dieser Erkrankung für Hunde, überstehen einige Tiere die Erkrankung.

Sie tragen dann nur den Erreger in sich, zeigen aber keine Symptome.

Eine akute Babesiose ist heilbar. Auch wenn eine chronische Babesiose vorliegt, sollte sie therapiert werden, da der Hund Träger des Erregers ist und eine der übertragenden Zeckenarten mittlerweile auch in Deutschland vermehrt auftritt, kann der Hund die Krankheit also weiter verbreiten.

Borreliose

Die Borreliose ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion. Hauptüberträger ist die weit verbreitete Zecke "Holzbock" (Ixodes ricinus).

Die Krankheit beginnt oft erst Tage oder Wochen, nachdem die Zecke gesaugt hat. Zu Beginn zeigen sich beim Hund wenig markante Symptome, wie sie im Anfangsstadium vieler Infektionskrankheiten auftreten: Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber. Die einsetzenden Gelenksentzündungen lassen schon eher einen Verdacht auf Borreliose aufkommen. Meist sind verschiedene Gelenke wechselnd betroffen, vor allem die Gelenke an den Vorder- und Hinterläufen.

Aufgrund der sehr schmerzhaften Schwellungen beginnt der Hund zu lahmen, besonders nach dem Aufstehen. Im weiteren Verlauf können auch Nervensystem, Herz, Nieren und andere Organe Beschädigt werden.

Erlichiose

Übertragen wird die Erlichiose durch den Stich der braunen Hundezecke.

Es gibt zwei Formen der Erlichiose

Die akute Erlichiose

Die allgemeinen Symptome sind schlechtes Allgemeinbefinden, Fieber, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellungen.

Im weiteren Verlauf fällt eine Blutungsneigung auf: Nasenbluten, Blut im Kot oder Urin, Husten von Blut, Blutergüsse in den Gelenken, punktförmige Einblutung in die Schleimhaut, Blutergüsse unter der Haut.

Die chronische Erlichiose

Äußere Symptome sind nicht oder in geringem Ausmaße erkennbar. Durch eine Belastung des Immunsystems kann es zu einem symptomatischen Ausbruch der Krankheit kommen.

Prinzipiell ist Erlichiose heilbar. Die optimalen Heilungschancen bestehen bei einer frischen Infektion. Wenn der Körper den Erreger bereits bekämpft, dieser sich ins Knochenmark zurück zieht, wird eine erfolgreiche Therapie erheblich schwieriger. Es ist bekannt, dass durch die Behandlung mit Antibiotikum nicht alle Erreger eliminiert werden können. Eine Therapie sollte deshalb nach Blutbefunden und Symptomen erfolgen und nicht nach der Antikörpermenge.

Anaplasmose

Die Anaplasmose war lange Zeit eine unbekannte Krankheit und zählt nicht zu den „klassischen" Mittelmeerkrankheiten. Sie hat eine deutliche Ähnlichkeit zur Erlichiose. Übertragen wird die Anaplasmose durch den Stich der Zecke.

Bei der Anaplasmose gibt es ebenfalls eine akute und chronische Form.

Die Symptomatik ist weitestgehend identisch mit der der Erlichiose. Bei der Anaplasmose ergeben sich häufiger auch Probleme im Bewegungsapparat (Lahmen, geschwollene, heiße Gelenke, Wechsel der betroffenen Extremitäten).

Die Therapie ist identisch mit der der Erlichiose.

Sollte Ihr Hund also Anzeichen einer Erlichiose aufweisen (Symptomatik, Blutbefunde), ein Erregernachweis auf Erlichiose aber negativ sein, lassen sie ihren Hund bitte auf eine Anaplasmose testen.

Hepatozoonose

Übertragen wird die Hepatozoonose durch die braune Hundezecke, allerdings durch das Verschlucken der gesamten Zecke und nicht durch den Biss.

Die Hepatozoonose ist eine eher selten festgestellte Erkrankung, da der Erregernachweis sehr schwierig ist und die Erkrankung häufig symptomlos verläuft.

Folgende Symptome können auftreten: Fieber, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Lymphknotenschwellungen, Muskelschmerzen und -schwäche, steifer Gang, Schmerzempfindlichkeit, Nasen- und Augenausfluss. Es kann auch zu Veränderungen in Leber, Lunge, Knochenmark und Milz mit daraus abzuleitenden Symptomen kommen.

Die Hepatozoonose ist wenig erforscht, der Erreger kann nicht beseitigt werden.

 


 

Herzwurm (Dirofilaria immitis)

Der Herzwurm wird von verschiedenen Stechmückenarten übertragen.

Die Symptomatik ist von der Stärke des Befalls abhängig. Auf folgende Auffälligkeiten sollten sie Achten: Gewichts- und Konditionsverlust, erschwerte Atmung nach Anstrengung, Husten (z.T. mit Blutbeimengung), Wassereinlagerung im Bauchraum und in den Gelenken.

 


 

Giardiose (Giardia lamblia)

Der Erreger der Giardiasis wird hauptsächlich durch das Trinken von fäkal verunreinigtem Wasser übertragen.

Nach der Ansteckung vermehren sich die Parasiten im Darm sehr schnell, was zu einer Schädigung der Darmschleimhaut und damit zu Durchfall führt. Die Erreger werden mit dem Kot abgegeben und können auch bei Kälte und Feuchtigkeit monatelang überleben.

Die Symptome sind hartnäckiger, schleimiger, gelblicher manchmal auch blutiger Durchfall, evtl. verbunden mit Erbrechen und Fieber.

Bei Auftreten dieser Symptome sollte unbedingt eine über drei Tage gesammelte Kotprobe auf Giardien untersucht werden.

Die Ansteckungsgefahr ist sehr groß, wenn weitere Tiere im Haushalt leben, sollten Alle prophylaktisch mitbehandelt werden. Hygiene ist sehr wichtig. Ohne Hygienemaßnahmen sind die Giardien nur sehr schwer in den Griff zu bekommen.

Giardien sind auch auf den Menschen übertragbar, am häufigsten ist jedoch ist die Ansteckung von Mensch zu Mensch und von Hund zu Hund.


Quellen: Parasitus EX. e. V. / Merial GmbH